
TOEFL-Scoring vs. IELTS-Band: Bewertungsverfahren im Check
Viele stehen irgendwann vor der gleichen Frage: TOEFL oder IELTS. Beide Tests zählen weltweit, beide prüfen Englischkenntnisse und beide öffnen Türen zu Unis, Jobs oder Visa. Doch welcher Test fühlt sich für dich leichter an und welcher passt besser zu deinem Stil. Diese Entscheidung wirkt oft wie eine Weggabelung auf einer langen Reise, bei der du nicht weißt, welcher Pfad sicherer ist.

Der Blick hinter die Kulissen zeigt schnell, dass kleine Unterschiede große Wirkung haben können.
Schon die Frage nach dem Format zeigt, wie unterschiedlich Lernende bei beiden Prüfungen abschneiden. Warum fühlen sich manche sofort beim TOEFL wohl und andere beim IELTS. Die Antwort darauf steckt in den Details.
Der TOEFL basiert komplett auf Aufgaben, die am Computer bearbeitet werden. Das sorgt für klare Abläufe und eine gleichbleibende Struktur, die viele als verlässlich empfinden. Lesetexte ähneln dabei wissenschaftlichen Artikeln, Hörtexte erinnern an Vorlesungen oder Gespräche in der Uni. Schreibaufgaben verlangen direkte Reaktionen auf Quellen und klare Argumentationsketten.
Das wirkt oft logisch und vorhersehbar und manche sagen sogar, dass der Test sich dadurch fast wie ein Computerspiel anfühlt. Beim Sprechen antwortest du direkt ins Mikrofon. Das fühlt sich ungewohnt an, aber auch angenehm anonym, weil niemand aktiv zuhört.
An dieser Stelle zeigt sich ein wichtiges Muster. Der Test passt häufig zu Menschen, die sich im strukturierten digitalen Umfeld sicherer fühlen. Trotzdem bleibt die Frage: Ist das wirklich ein Vorteil für dich.
Der IELTS dagegen bietet zwei Varianten, Academic und General Training, und arbeitet anders als der TOEFL nicht ausschließlich digital.
Besonders auffällig ist das mündliche Gespräch, das immer als persönlicher Dialog stattfindet. Diese Gesprächssituation wirkt lebendiger und oft menschlicher, aber auch herausfordernder, weil direkte Interaktion nie ganz planbar ist. Die Lesetexte im IELTS stammen aus vielen Bereichen, von Zeitungen über Magazine bis zu wissenschaftlichen Quellen. Schreibaufgaben unterscheiden sich ebenfalls vom TOEFL und zielen stärker auf Alltagstexte oder strukturierte Argumentationen ab. Dadurch entsteht ein abwechslungsreicheres Prüfungsbild, das einige motiviert und andere eher verunsichert. Die Vielfalt des IELTS führt oft zu der Frage: Liebst du reale Gespräche und nonverbale Hinweise oder fühlst du dich wohler, wenn du alles über Kopfhörer und Tastatur erledigst.
Spannend wird es, sobald du dich fragst, wie du unter Druck reagierst. Beim TOEFL sprechen viele Sekunden und Minuten fest vorgegeben, ohne dass du spontan verkürzen oder verlängern kannst. Das sorgt für Klarheit und Planbarkeit. Allerdings kann es auch stressen, weil du dich nicht vollständig frei ausdrücken kannst. Ein Testformat, das diese strengen Zeitfenster nutzt, zwingt dich zu schneller Orientierung. Beim IELTS hast du zwar ebenfalls klare Vorgaben, aber oft etwas mehr Freiheitsgrad bei Formulierungen und Tempo. Hier beobachtest du eine Art rhythmischen Prüfungsfluss, der natürlicher wirkt.
Doch könnte genau dieser Freiraum auch zum Stolperstein werden, wenn du dazu neigst auszuschweifen oder den roten Faden zu verlieren.
Auch der Bewertungsschnitt unterscheidet sich. Beim TOEFL erhältst du Punkte für jede Aufgabe und am Ende eine präzise Zahl. Alles wirkt wie ein sauber berechneter Score, was besonders für Menschen angenehm ist, die Zahlen als klare Orientierung sehen. Beim IELTS bekommst du dagegen Band Scores, die zwischen 0 und 9 liegen. Diese Abstufungen zeigen zwar ebenfalls zuverlässig dein Niveau, fühlen sich aber subjektiver an, weil sie stärker auf Beurteilungen beruhen. Genau hier entsteht oft eine kleine Diskussion: Möchtest du ein Ergebnis, das eher algorithmisch wirkt oder eines, das auf menschlicher Einschätzung basiert.
Viele unterschätzen die Bedeutung der Testlänge. Der TOEFL zieht sich meist etwas länger und verlangt konstante Konzentration, weil viele Aufgaben wie Bausteine nacheinander abgearbeitet werden. Der IELTS verteilt sich kompakter und wird von manchen als etwas lebendiger empfunden. Diese Unterschiede wirken klein, aber über mehrere Stunden entscheiden sie darüber, ob du Energie sparst oder verlierst. Eine kurze Tabelle zeigt die wichtigsten strukturellen Punkte:
| Bereich | TOEFL | IELTS |
|---|---|---|
| Format | Komplett digital | Mischung aus digital und analog |
| Speaking | Aufnahme ins Mikrofon | Persönlicher Dialog |
| Bewertung | Punktzahl | Band Score |
| Texte | Akademisch | Gemischt |
| Testdauer | Länger | Kürzer |
Wer langfristige Ziele verfolgt, sollte außerdem auf Anforderungen achten. Viele Universitäten akzeptieren beide Tests gleichwertig. Manche bevorzugen eine Version, aber die Unterschiede schrumpfen jedes Jahr weiter. Auch für Visa spielt beides eine Rolle, abhängig vom Land und Zweck. Deswegen lohnt sich ein kurzer Blick auf die offiziellen Anforderungen deiner Wunschuni oder Behörde, bevor du mit dem Training beginnst. Je genauer du weißt, was verlangt wird, desto besser kannst du dich vorbereiten. Manchmal hilft eine kleine Anekdote: Eine Lernende entschied sich spontan für den IELTS, obwohl ihre Traumuni eigentlich beides akzeptierte. Der Grund: Sie fühlte sich in Dialogsituationen sicherer, weil sie in ihrer Schulzeit viel an Debatten teilgenommen hatte. Genau diese persönliche Erfahrung führte am Ende zu einem starken Ergebnis.
Natürlich kannst du dich fragen, welcher Test objektiv leichter ist. Doch diese Frage führt selten weiter, denn beide Prüfungen gleichen sich im Anspruch. Leichter wird der Test, der besser zu deinem Denkstil passt. Der TOEFL punktet bei Menschen, die logisch, analytisch und strukturiert arbeiten. Der IELTS wirkt intuitiver und realitätsnäher und ruft damit oft bessere Leistungen hervor bei Menschen, die gern kommunizieren. Diese Gegenüberstellung zeigt, dass es nicht um den leichten Weg geht, sondern um den eigenen. Ein Test kann anfangs einschüchtern, wirkt aber vertrauter, sobald du erste Probetests machst.
Wie entscheidest du dich jetzt?
Probiere jeweils eine kurze kostenlose Übung aus und beobachte, welcher Test dir natürlicher erscheint. Achte nicht nur auf Fehler, sondern auf dein Gefühl beim Bearbeiten. Spürst du Flow oder eher Blockade. Genau dieses Gefühl zeigt oft deutlicher als jede Analyse, welcher Test dein Lernweg wird.


